Von Ritterlingen, Stäublingen, Röhrlingen und vielen anderen…

Die diesjährige Pilzexkursion wurde wieder in Zusammenarbeit mit dem Pilzverein Mittleres Wynental durchgeführt und vom Pilzexperten Karl Marti geleitet. Er konnte eine stattliche Anzahl TeilnehmerInnen auf dem Zentrumsplatz begrüssen, versuchte aber gleich zu Beginn, allzu hohe Erwartungen an Pilzfunde zu dämpfen, da die Bedingungen nicht ideal seien.

Keine Schlange vor dem Posteingang sondern der Beginn der Pilzexkursion

Dann ging es los Richtung Knubel/Birch. Unterwegs wurden allerdings schnell erste Pilze gefunden und Karl Marti war in seinem Element, als er erklärte, dass wir nicht Pilze suchen, sondern die „Früchte“ eines weitverzweigten Wurzelgeflechts. Diese Wurzeln bilden den eigentlichen Pilz, die Fruchtkörper, die wir sammeln können, dienen dazu, die Sporen (Samen) der Pilze zu produzieren. Marti fuhr fort, dass das Wurzelgeflecht oft in Symbiose mit den Wurzeln von Bäumen lebe und die beiden unterschiedlichen Wurzelsysteme gegenseitig Nährstoffe austauschen ohne einander zu schaden. Falls wir gerne Steinpilze finden möchten, müssten wir darum rings um Buchen suchen, da Steinpilz und Buche eben in Symbiose lebten.

Flaschenstäublinge; das Loch oben beim Fruchtkörper zeigt, dass sie bereit sind, ihre Sporen dem Wind zu übergeben.

Nun, es sei verraten, Steinpilze fanden wir keine, aber im Laufe der Exkursion begannen sich die Körbe mit Täublingen, Röhrlingen, Ritterlingen und vielen anderen Arten zu füllen. Zu jeder Art konnte uns Karl Marti die wichtigsten Merkmale erklären und hielt oft noch eine humorvolle Geschichte bereit. So erfuhren wir, dass Saprophyten keine griechischen Götter sind, sondern Pilze, die Holz und Laub zersetzen können, damit daraus wieder Humus wird. Ein typisches Beispiel ist der Parasol-Schirmling. Andere Pilzarten sind Parasiten, die alte und kranke Bäume befallen und ihnen Nährstoffe entziehen. Zu dieser Sorte gehört der bekannte Hallimasch.

Karl Marti erklärt Blass-blaue Rötelritterlinge

Mittlerweilen hatten wir den ganzen Steinenberg durchquert und waren in der Brönni angekommen. Da konnten noch einmal gefundene Pilze zur Bestimmung abgegeben werden und letzte Fragen gestellt werden. Karl Marti hätte wohl noch lange erzählen können, aber die Zeit war fortgeschritten und die ersten Mägen begannen zu knurren. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Karl Marti, der die Exkursionen mit seinem grossen Wissen immer zu einem besonderen Erlebnis werden lässt. Und selber gefundene Pilze werden in Zukunft bestimmt auf dem Speiseplan stehen, natürlich erst, nachdem sie der Pilzkontrolleur zum Verzehr freigegeben hat!

Blick auf den Steinenberg; ein herrlicher Tag für eine Pilzexkursion

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