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Pilzexkursion – Lauter Glückspilze im Wald!

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich kürzlich gegen 50 Pilzinteressierte auf dem Zentrumsplatz in Unterkulm. Reto Stadler, Pilzkontrolleur, begrüsste die grosse Schar und verteilte gleich einige Pilzarten, die beschnuppert oder von besonders Mutigen probiert werden konnten. Er wollte damit zeigen, dass beim Bestimmen von Pilzen nicht bloss das Aussehen, sondern oft auch der Geruch oder der Geschmack ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist.

Reto Stadler erklärt den stechenden Geruch des Schwefelritterlings

Dann ging es los Richtung Ischlagwald. Im unteren, sonnenexponierten Teil war es sehr trocken, so dass dieser Teil relativ zügig durchschritten wurde. Weiter oben erklärte uns Reto (beim Pilze suchen sind alle per Du!) bei einem Rastplatz, wie Pilze gesammelt werden sollten. Wichtig ist ein offener Korb, auf keinen Fall ein Plastiksack, weil sich dort Pilze schnell zersetzen können und dann ungeniessbar werden. Pilze können aus dem Boden ausgedreht oder mit einem Messer am Fuss abgeschnitten werden. Bei unbekannten Pilzen ist es wichtig, auch den Fuss mitzunehmen, da dieser oft entscheidende Bestimmungsmerkmale enthält. Nach dieser kurzen Instruktion konnten wir in alle Richtungen ausschwärmen und es dauerte bloss Sekunden, bis die ersten erstaunten Ausrufe durch den Wald hallten. Es stellte sich heraus, dass in unmittelbarer Nähe Dutzende von Steinpilzen gefunden werden konnten! Der Regen der vorhergehenden Woche, verbunden mit den anschliessenden warmen Tagen, hatte anscheinend ideale Bedingungen geschaffen.

Zwei schöne Fichtensteinpilze lassen das Herz höher schlagen

Innerhalb einer halben Stunde kam so eine ansehnliche Menge an Pilzen zusammen und nun war es an Reto, sie zu erklären und zu bestimmen. Mit gutem Infomaterial zeigte er uns essbare Pilze, die oft mit giftigen Doppelgängern verwechselt werden. Ein Beispiel war der schmackhafte Perlpilz, der gerne mit dem sehr giftigen Pantherpilz verwechselt wird. Oft miteinander verwechselt werden auch Champignons und Knollenblätterpilze. Anhand eines gefundenen Grünen Knollenblätterpilzes konnten wir sehen, dass nebst der Knolle und des Geruches nach Honig/Ammoniak des Knollenblätterpilzes auch die Farbe der Lamellen ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist. Reto betonte aber auch, dass man vor allem als Anfänger Pilze immer zur Pilzkontrolle bringen sollte und dass auch Pilzbestimmungsapps den Kontrolleur nicht ersetzen können. Neben der grossen Anzahl von Steinpilzen wurde auch eine ganze Reihe Schirmlinge gefunden. Obwohl alle schön aussahen, gab es doch einige enttäuschte Gesichter, als Reto erklärte, dass von den Fundstücken nur der Parasolschirmling essbar ist, die vielen Spitzschuppigen Stachelschirmlinge hingegen giftig sind.

Aufmerksame ZuhörerInnen bei der Exkursion

Aus der Runde wurden auch immer wieder gute Fragen gestellt, die von Reto kompetent beantwortet wurden. So erfuhren wir Tipps zum Rüsten von Pilzen und zur Zubereitung. Neben dem sofortigen Kochen können Pilze auch erwellt und anschliessend tiefgefroren werden. Einige Arten wie die gefundene Krause Glucke können auch gedörrt werden und sind dann in einer Pilzsauce mindestens so schmackhaft wie frisch zubereitet. Die Zeit verging viel zu schnell, sodass es für eine zweite Sammelrunde nicht mehr reichte. Mit grossem Applaus wurde Reto verabschiedet und die zahlreichen essbaren Pilze aufgeteilt. Die vielen gefundenen Steinpilze sorgten für strahlende Gesichter und einige wurden vom Sammelfieber so gepackt, dass sie gleich noch weitersuchten und noch mehr Steinpilze fanden. So wurde die diesjährige Pilzexkursion zu einem informativen und lohnenswerten Ausflug, der alle als Glückspilze zurückkehren liess!

Der Dickschalige Kartoffelbovist präsentiert sich innen schwarz, ein deutliches Zeichen, dass er kein Speisepilz ist!

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