Familientag „Artenvielfalt in Unterkulm“

Aktualisiert: 24. Aug. 2021

Am 7. August 2021, zum 10-jährigen Jubiläum des gemeinsamen Familientages der beiden Natur- und Vogelschutzvereine Ober- und Unterkulm wurden Naturforscherinnen und Naturdetektive gesucht, die sich auf die Spur der Artenvielfalt begaben. Rund 50 TeilnehmerInnen, darunter viele Kinder, erlebten trotz des schlechten Wetters einen abwechslungs- und lehrreichen Nachmittag der buchstäblich nicht ins Wasser fiel.

Forschen im strömenden Regen

Traditionell am letzten Samstag vor dem Ende der Sommerferien begrüsste in diesem Jahr Monika Schoch die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich dem Turnus entsprechend in diesem Jahr in Unterkulm auf dem Schulhofplatz eingefunden hatten. Der diesjährige Anlass stellte das 10-jährige Jubiläum des beliebten Familienanlasses dar, der jedes Jahr einen anderen naturkundlichen Schwerpunkt zum Thema hat. Nach einem kurzen Rückblick auf die gelungenen Begegnungen in der umgebungsnahen Natur gab Monika Schoch zunächst einen kurzen Einblick in das Thema Artenvielfalt. Die Artenvielfalt – auch Artendiversität genannt – bezeichnet in der Biologie die Anzahl biologischer Arten innerhalb eines bestimmten Lebensraumes, im vorliegenden Falle rund um das Schulhaus Färberacker in Unterkulm. An vier Posten verschiedenster Art galt es der Artenvielfalt auf die Spur zu kommen. Im Vordergrund stand dabei das Entdecken möglichst vieler verschiedener Pflanzen und Tiere.


Vier Posten: Hecken, Bach, Ast- und Steinhaufen sowie Sandnisthilfe gestalten

Die TeilnehmerInnen wurden in vier Gruppen eingeteilt und durften sich an jedem der Posten für je 30 Minuten aktiv ins Forschen und Entdecken stürzen: Mit der Becherlupe galt es zunächst „haufenweise Leben“ auf einem Leintuch zu entdecken, was sich schwieriger als gedacht herausstellte, da die flinken Asseln, Spinnen und Ameisen sehr schnell zurück in ihren Asthaufen flohen. Anhand Bestimmungskarten- und Bücher galt es herauszufinden, was genau da krabbelte und das Ziel war es, so viele verschiedene Arten als möglich zu finden.

Was versucht da, davon zu krabbeln?

Ein Insektenhotel kennt man mittlerweile, doch damit ist nur einem kleinen Teil der einheimischen Wildbienen geholfen, denn die meisten von ihnen bauen ihre Nester im Erdboden. Wer diesen bodennistenden Arten unter die Flügelchen greifen will, kann ein sogenanntes Sandarium – eine Nisthilfe aus Sand – bauen. Der leider einsetzende, sintflutartige Regen sorgte dafür, dass der Schlemmsand des zweiten Postens bald herrlich matschig wurde, was aber die Wildbienen im nächsten Jahr sicherlich nicht vom Nisten abhalten wird. Zunächst kamen die Schaufeln zum Einsatz und dann wurde der Sand Schicht für Schicht mit dem Rechen bearbeitet und anschliessend verdichtet.

Mit vereinten Kräften wurde das Sandarium nach dem Familientag fertiggestellt.

Was wächst eigentlich rund um den Schulhof? Diese Frage galt es am dritten Posten zu beantworten. Mit Hilfe der regelhaften Anordnung der Blätter von Pflanzen am Zweig und dessen Blattrand konnten verschiedenste Sträucher leicht erkannt und bestimmt werden. Ob gegen- oder wechselständig, gelappt oder gefiedert, anhand grosser Fotos konnte der Name schnell gefunden werden. Wo der Schneeball auch im Sommer zu finden ist, was es mit dem Hut des Pfaffen auf sich hat sowie die Unterschiede des Berg- und Waldahorns galt es hier herauszufinden.

Schön gestaltete Schautafeln halfen bei der Bestimmung

Am vierten Posten ging es dann mit einem Sieb oder Aquariumnetz ausgerüstet auf Entdeckungsreise in die Welt der Kleinlebewesen im Bach. Nachdem die Teilnehmer sowieso alle schon pitschnass vom Regen waren, spielten dann auch ein Fussbad im nahen Bach oder gar gefüllte Gummistiefel keine Rolle mehr, so dass man sich gutgelaunt ans Werk machte. Die Zahl der entdeckten Flohkrebse, Köcherfliegenlarven und Libellenlarven sowie einer Kröte sorgte bei manchem kleinen Bachforscher für grosse, staunende Augen.

Vielfältige Lebewesen konnten im Juch-Bächli entdeckt werden

Aufwärmen mit (arten-) vielfältigen Burritos

Für das leibliche Wohl wurden im Anschluss an die Erlebnisposten vom engagierten Team des NVV Unterkulm ganz dem Thema entsprechend köstliche Burritos serviert. Beim Zusammenstellen der leckeren gefüllten Tortillas hatte man die Qual der reichen Auswahl an Arten: Von Gemüse über Käse und Oliven. Nicht nur die auf Grund des Regens zum Teil recht durchfrorenen Naturforscherkinder waren dankbar über das feine, warme Zvieri, das zum Abschluss noch von einem vielfältigen Kuchenbuffet abgerundet wurde. Nach dem Zvieri konnten Samenkugeln mit einheimischen Wildpflanzen hergestellt und mit nach Hause genommen werden.

Die Samenkugeln werden Ober- und Unterkulm nächstes Jahr in ein Blumenparadies verwandeln!

So blieb dieser leider völlig verregnete Familientag den TeilnehmerInnen in bester Erinnerung und es steigt bei beiden Vereinen die Vorfreude auf das nächste Jahr, wenn der Anlass turnusgemäss in Oberkulm stattfinden wird.

Bericht: Inga Gottwald, Oberkulm

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